Print-on-Demand-Anbieter für Etsy im Vergleich: Printful, Printify und Gelato

Print-on-Demand-Anbieter für Etsy:
Printful, Printify und Gelato im Vergleich

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sie sind mit * gekennzeichnet.

Wenn du Print on Demand über Etsy verkaufen möchtest, brauchst du einen Anbieter, der deine Produkte herstellt und direkt an deine Kunden verschickt. Doch schon bei der Auswahl wird es schnell unübersichtlich: Printful, Printify und Gelato gehören zu den bekanntesten Anbietern, unterscheiden sich aber bei Produktauswahl, Produktionsstandorten, Versandkosten und Preisstruktur teilweise deutlich.

Gerade für Etsy ist deshalb nicht nur entscheidend, wie viel ein T-Shirt oder eine Tasse in der Herstellung kostet. Auch Versandkosten, Lieferzeiten, verfügbare Druckpartner und die Etsy-Integration können sich darauf auswirken, wie gut ein Anbieter zu deinem Shop passt.

In diesem Vergleich schauen wir uns Printful, Printify und Gelato für Etsy genauer an. Wir vergleichen die wichtigsten Unterschiede und rechnen anschließend an einem konkreten T-Shirt-Beispiel durch, wie sich Produktionskosten, Versand und Etsy-Gebühren auf deine Kalkulation auswirken können.

So kannst du besser einschätzen, welcher Print-on-Demand-Anbieter zu deinen Produkten, deiner Zielgruppe und deinem Etsy-Shop passt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum die Wahl des POD-Anbieters wichtig ist
  2. Printful für Etsy
  3. Printify für Etsy
  4. Gelato für Etsy
  5. Was kostet ein POD-Produkt wirklich?
  6. Beispielrechnung: T-Shirt auf Etsy
  7. Welcher Anbieter passt zu welchem Etsy-Shop?
  8. Fazit

1. Warum die Wahl des POD-Anbieters wichtig ist

Auf den ersten Blick wirken viele Print-on-Demand-Anbieter ähnlich: Du lädst dein Design hoch, wählst ein Produkt aus und der Anbieter übernimmt Produktion und Versand. In der Praxis können sich die Unterschiede aber deutlich auf deinen Etsy-Shop auswirken.

Besonders wichtig sind dabei Produktionskosten, Versandkosten und Lieferzeiten. Ein günstiger Produktpreis bringt dir wenig, wenn der Versand teuer ist oder das Produkt weit vom Kunden entfernt hergestellt wird.

Auch die Produktionsstruktur unterscheidet sich. Manche Anbieter produzieren überwiegend in eigenen oder fest angebundenen Standorten, andere arbeiten mit verschiedenen Druckpartnern zusammen. Dadurch können sich bei ein und demselben Produkt unterschiedliche Preise, Lieferzeiten und Versandbedingungen ergeben.

Für Etsy spielen außerdem weitere Punkte eine Rolle:

  • Etsy-Integration: Wie einfach lassen sich Produkte übertragen und Bestellungen automatisiert weiterleiten?
  • Produktauswahl: Gibt es die Produkte, die zu deiner Nische passen?
  • Produktionsstandorte: Wird möglichst nah an deinen Kunden produziert?
  • Versandkosten und Lieferzeiten: Gerade bei internationalen Bestellungen können hier große Unterschiede entstehen.
  • Personalisierung: Wie gut lassen sich individuelle Bestellungen umsetzen?
  • Produktqualität: Material, Druckverfahren und Verarbeitung sollten zu deinem Preisniveau passen.

Deshalb gibt es nicht automatisch den einen besten POD-Anbieter für jeden Etsy-Shop. Entscheidend ist, welcher Anbieter am besten zu deinen Produkten, deiner Zielgruppe und deinem wichtigsten Absatzmarkt passt.

Grafik mit dem Schriftzug „Dein Etsy-Business. Deine Möglichkeiten.“ in Dunkelblau mit lachsfarbenem Pinselstrich.

2. Printful für Etsy

Printful* gehört zu den bekanntesten Print-on-Demand-Anbietern und lässt sich direkt mit Etsy verbinden. Produkte können in Printful erstellt und anschließend als Entwurf an Etsy übertragen werden. Dabei werden unter anderem Produktdaten, Mockups und Versandprofile übernommen; vor der Veröffentlichung solltest du die Angaben in Etsy aber noch einmal prüfen.

Etsy-Integration

Nach der Verbindung deines Etsy-Shops mit Printful kannst du Produkte im Printful-Dashboard gestalten, Preise festlegen und anschließend an Etsy übertragen. Bestellungen werden danach automatisch an Printful weitergeleitet und dort produziert und versendet.

Wichtig ist: Printful wird nicht automatisch als Produktionspartner in jedem Etsy-Listing hinterlegt. Du musst den Produktionspartner beim jeweiligen Listing in Etsy selbst auswählen bzw. prüfen.

Produkte und Produktionsstandorte

Printful bietet mehrere hundert individualisierbare Produkte an – darunter Bekleidung, Accessoires, Tassen, Poster und weitere Artikel. Neben klassischem Druck sind je nach Produkt auch andere Veredelungsarten wie Stickerei möglich. Für Stickmotive kann zusätzlich eine einmalige Digitalisierungsgebühr anfallen.

Für Europa betreibt Printful eigene Fulfillment-Standorte unter anderem in Lettland und Spanien. Welche Produktionsstätte eine Bestellung übernimmt, wird automatisch anhand verschiedener Faktoren ausgewählt, beispielsweise Lieferadresse, Produktverfügbarkeit und verfügbare Drucktechnik. Einen bestimmten Standort kannst du nicht frei für jede Bestellung auswählen.

Kosten und Versand

Für die normale Nutzung von Printful fallen keine verpflichtenden monatlichen Gebühren an. Du zahlst erst, wenn eine Bestellung eingeht – dann werden Produkt, Druck, Versand und gegebenenfalls weitere Leistungen berechnet.

Die Versandkosten hängen vom Produkt und vom Lieferland ab. Printful versucht Bestellungen möglichst nah am Kunden abzuwickeln, kann sie aber je nach Verfügbarkeit auch an einen anderen Standort weiterleiten.

Die Produktionszeit liegt bei Printful meist bei etwa 2–5 Werktagen. Für Shirts nach Deutschland nennt Printful aktuell zusätzlich eine geschätzte Versandzeit von 4–11 Werktagen. Die gesamte Lieferzeit setzt sich deshalb aus Produktion und anschließendem Versand zusammen und kann je nach Produkt und Auslastung variieren.

Besonderheiten von Printful

Ein Vorteil für Einsteiger ist der relativ geschlossene Ablauf: Du wählst dein Produkt direkt bei Printful aus und musst – anders als beispielsweise bei Printify – nicht zwischen zahlreichen unabhängigen Druckanbietern wählen. Dadurch ist die Einrichtung übersichtlicher, dafür hast du weniger Einfluss darauf, welcher konkrete Produktionsstandort eine einzelne Bestellung übernimmt.

Printful bietet außerdem White-Label-Versand an, sodass Pakete grundsätzlich ohne Printful-Branding an deine Kunden verschickt werden können.

Für Etsy-Verkäufer ist Printful deshalb vor allem interessant, wenn sie einen möglichst einfachen und weitgehend automatisierten Ablauf suchen und nicht bei jedem Produkt zwischen verschiedenen Druckdienstleistern vergleichen möchten.

Etsy-Integration: Ja
Kostenloser Einstieg: Ja
Produktionsmodell: eigenes bzw. fest angebundenes Fulfillment-Netzwerk
Druckanbieter selbst wählbar: Nein
Produktion: meist etwa 2–5 Werktage
Versand: abhängig von Produkt, Standort und Zielland
Besonderheit: übersichtlicher, weitgehend automatisierter Ablauf

Hinweis: *Dieser Link ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.

3. Printify für Etsy

Printify* lässt sich direkt mit Etsy verbinden und Bestellungen können automatisiert an Printify übertragen werden. Produkte werden in Printify erstellt und anschließend in den Etsy-Shop veröffentlicht. Je nach Einstellung können Bestellungen nach einer Stunde, nach 24 Stunden oder zu einer festgelegten Tageszeit automatisch zur Produktion freigegeben werden.

Etsy-Integration

Die Verbindung mit Etsy erfolgt direkt über das Printify-Dashboard. Nach der Freigabe des Zugriffs können Produkte veröffentlicht und Bestellungen automatisch importiert werden.

Produkte und Druckanbieter

Der große Unterschied zu Printful liegt darin, dass Printify als Plattform mit vielen unterschiedlichen Druckdienstleistern arbeitet. Aktuell nennt Printify mehr als 90 Print Provider und über 2.000 Produkte. Dadurch kannst du bei vielen Artikeln zwischen verschiedenen Produktionspartnern wählen.

Das bietet mehr Auswahl, bedeutet aber auch, dass du genauer vergleichen solltest: Derselbe Produkttyp kann sich je nach Druckanbieter bei Preis, Versandkosten, Produktionsstandort und Lieferzeit unterscheiden.

Kosten

Printify kann grundsätzlich kostenlos genutzt werden. Im Free-Tarif fallen keine monatlichen Plattformgebühren an; bezahlt werden Produkt und Versand, wenn eine Bestellung produziert wird. Zusätzlich gibt es einen kostenpflichtigen Premium-Tarif mit Preisnachlässen auf viele Produkte.

Für Einsteiger ist der kostenlose Tarif deshalb völlig ausreichend, um einen Etsy-Shop zunächst zu testen.

Lieferzeiten

Die Produktionszeit bei Printify hängt vom jeweiligen Druckanbieter ab und liegt allgemein häufig bei etwa 2–7 Werktagen. Für Etsy werden bei der Einrichtung in der Regel 3–5 Werktage Bearbeitungszeit angesetzt.

Hinzu kommt die eigentliche Versandzeit, die sich nach Produktionsstandort, Zielland und Versandart richtet. Die gesamte Lieferzeit kann deshalb je nach Produkt und Bestellung unterschiedlich ausfallen.

Für deinen Etsy-Shop solltest du einen realistischen Lieferzeitraum mit etwas Puffer angeben und dich nicht nur an der kürzest möglichen Produktions- oder Versandzeit orientieren.

Besonderheiten von Printify

Printify bietet dir deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Produktionspartnern als Printful. Das kann ein Vorteil sein, wenn du gezielt nach einem Anbieter mit günstigen Preisen oder einem Standort in Europa suchst.

Gleichzeitig musst du etwas mehr vergleichen und kontrollieren. Für Etsy-Verkäufer, die gern selbst entscheiden möchten, welcher Druckanbieter ein bestimmtes Produkt herstellt, kann Printify deshalb besonders interessant sein.

Etsy-Integration: Ja
Kostenloser Einstieg: Ja
Produktionsmodell: Netzwerk verschiedener Druckanbieter
Druckanbieter selbst wählbar: Ja
Produktion: meist etwa 2–7 Werktage, je nach Anbieter
Versand: stark abhängig vom gewählten Druckanbieter
Besonderheit: große Auswahl und mehr Einfluss auf Produktionspartner und Kosten

Hinweis: *Dieser Link ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.

4. Gelato für Etsy

Auch Gelato lässt sich direkt mit Etsy verbinden. Bestellungen aus deinem Etsy-Shop können automatisch an Gelato übermittelt, produziert und anschließend direkt an deine Kunden verschickt werden. Gelato arbeitet dabei mit einem großen internationalen Produktionsnetzwerk und versucht, Bestellungen möglichst nah am Empfänger herstellen zu lassen.

Etsy-Integration

Die Verbindung erfolgt direkt zwischen deinem Etsy-Shop und Gelato. Nach der Einrichtung kannst du Produkte anlegen, mit Etsy verknüpfen und Bestellungen automatisiert zur Produktion weitergeben. Gelato muss dabei – wie andere POD-Dienstleister auch – bei Etsy als Produktionspartner angegeben werden.

Produkte und Produktionsnetzwerk

Gelato arbeitet mit mehr als 250 Produktionspartnern in 32 Ländern. Nach eigenen Angaben werden rund 90 % der Bestellungen lokal, also möglichst im Land des Empfängers, produziert. Angeboten werden unter anderem Bekleidung, Wandbilder, Tassen, Kalender und weitere personalisierbare Produkte.

Das unterscheidet Gelato sowohl von Printful als auch von Printify: Du suchst dir normalerweise nicht selbst einen bestimmten Druckdienstleister aus. Stattdessen entscheidet das Gelato-Netzwerk anhand der Bestellung, wo produziert wird.

Kosten

Gelato kann ohne verpflichtende monatliche Grundgebühr genutzt werden. Du zahlst für die Produktion und den Versand deiner Bestellungen. Zusätzlich gibt es kostenpflichtige Tarife mit weiteren Funktionen und Preisvorteilen, die für den Einstieg aber nicht zwingend notwendig sind.

Lieferzeiten

Gelato wirbt besonders mit der lokalen Produktion. Nach eigenen Angaben erreichen rund 90 % der Bestellungen ihre Empfänger innerhalb von fünf Tagen; für viele Bestellungen nennt Gelato eine typische Lieferzeit von etwa 2–5 Werktagen. Wie schnell eine konkrete Bestellung tatsächlich ankommt, hängt jedoch vom Produkt, Produktionsstandort, Lieferland und der Versandart ab.

Gerade für Etsy solltest du deshalb auch hier nicht einfach die kürzeste mögliche Lieferzeit übernehmen, sondern einen realistischen Zeitraum mit etwas Puffer angeben.

Besonderheiten von Gelato

Die größte Besonderheit ist das stark auf lokale Produktion ausgerichtete Netzwerk. Eine Bestellung für einen Kunden in Deutschland wird nach Möglichkeit auch näher am deutschen bzw. europäischen Kunden produziert, während eine Bestellung beispielsweise für die USA möglichst dort abgewickelt wird. Der konkrete Versandort kann sich deshalb je nach Bestellung unterscheiden.

Das kann besonders interessant sein, wenn du über Etsy international verkaufen möchtest, ohne für jedes Land selbst einen passenden Druckanbieter auswählen zu müssen.

Etsy-Integration: Ja
Kostenloser Einstieg: Ja
Produktionsmodell: internationales Produktionsnetzwerk
Druckanbieter selbst wählbar: Nein
Produktion/Versand: abhängig von Produkt und Produktionsstandort
Besonderheit: Fokus auf möglichst lokale Produktion nahe beim Käufer

5. Was kostet ein POD-Produkt wirklich?

Bei Print on Demand solltest du nicht nur auf den Preis schauen, den dir der Anbieter für das Produkt anzeigt. Entscheidend ist, welche Gesamtkosten bis zum Verkauf tatsächlich entstehen.

Dazu gehören vor allem:

  • Produktionskosten des POD-Anbieters
  • Versandkosten
  • Etsy-Einstellgebühr
  • Etsy-Transaktionsgebühr
  • Zahlungsbearbeitungsgebühr
  • gegebenenfalls Zusatzkosten für Personalisierung, Stickerei, Premium-Tarife oder Werbung

Etsy berechnet derzeit 0,20 US-Dollar pro eingestelltem Artikel. Die Transaktionsgebühr beträgt 6,5 % des Gesamtbestellwertes und wird auch auf separat berechnete Versandkosten erhoben. Für Etsy Payments fallen bei einem deutschen Bankkonto aktuell zusätzlich 4 % des Gesamtbetrags plus 0,30 Euro pro Bestellung an.

Wenn Shop-Währung und Zahlkonto-Währung voneinander abweichen, kann außerdem eine Währungsumrechnungsgebühr von 2,5 % hinzukommen. Für einen deutschen Shop ist es deshalb normalerweise sinnvoll, Shop und Zahlkonto beide in Euro zu führen.

Produkt- und Versandkosten immer zusammen betrachten

Gerade bei POD-Anbietern kann ein günstiger Produktpreis täuschen. Ein T-Shirt kann bei Anbieter A in der Herstellung günstiger sein, dafür aber höhere Versandkosten verursachen. Bei Printify kommt zusätzlich hinzu, dass sich diese Kosten je nach gewähltem Druckpartner unterscheiden können.

Deshalb sollte die Kalkulation immer ungefähr so aussehen:

Verkaufspreis
– Produktionskosten
– Versandkosten
– Etsy-Gebühren
= Betrag vor Steuern und weiteren Kosten

Im nächsten Abschnitt können wir genau das an einem konkreten T-Shirt-Beispiel mit Printful, Printify und Gelato durchrechnen.

6. Beispielrechnung: T-Shirt auf Etsy

Für unseren Vergleich verwenden wir bei allen drei Anbietern möglichst dieselbe Ausgangslage:

Gildan 5000 · Schwarz · Größe M · Frontdruck · Lieferung nach Deutschland · kostenloser Tarif · Standardversand

Die Preise haben wir direkt bei den jeweiligen Anbietern geprüft. Für unsere Vergleichsrechnung rechnen wir vereinfachend mit 19 % MwSt., wenn der Anbieter die Preise ohne Steuer angezeigt hat. Der tatsächlich berechnete Steuerbetrag kann je nach Bestellung abweichen und wird beim Checkout angezeigt.

Printful

Für das Gildan 5000 in Schwarz, Größe M mit Frontdruck ergab unser Preischeck bei Printful folgende Kosten:

Produkt/Auftragsabwicklung: 6,38 €
Versand nach Deutschland: 4,49 €
MwSt.: 2,06 €
POD-Kosten gesamt: 12,93 €

Auf der Produktseite zeigt Printful den Produktpreis mit 7,59 € inklusive MwSt. an. Im Checkout werden Produkt, Versand und Steuer getrennt ausgewiesen.

Printify

Bei Textildruck Europa in Deutschland kostete dasselbe Shirt in unserem Preischeck:

Produkt: 8,21 €
Versand: 3,38 €
Zwischensumme: 11,59 €

Printify berechnet die Mehrwertsteuer zusätzlich auf Produkt und Versand.

Mit 19 % MwSt. ergeben sich damit ungefähr:

POD-Kosten gesamt: 13,79 €

Gelato

Bei Gelato kostete das Gildan 5000:

Produkt: 7,39 €
DHL Warenpost: 4,19 €
Zwischensumme: 11,58 €

Gelato zeigt die Preise im Produktkatalog ohne Steuern an.

Mit 19 % MwSt. ergeben sich ungefähr:

POD-Kosten gesamt: 13,78 €

Was bleibt bei einem Verkauf für 24,90 €?

Nehmen wir nun an, du bietest das T-Shirt auf Etsy für 24,90 € inklusive Versand an.

Etsy berechnet aktuell eine Transaktionsgebühr von 6,5 %. Für ein deutsches Etsy-Payments-Konto kommen 4 % + 0,30 € Zahlungsbearbeitungsgebühr hinzu. Außerdem fällt die Einstellgebühr von 0,20 US-Dollar an.

Ohne die kleine wechselkursabhängige Einstellgebühr ergibt das bei 24,90 € zunächst:

Etsy-Transaktionsgebühr: ca. 1,62 €
Zahlungsbearbeitung: ca. 1,30 €
zusammen: ca. 2,92 €

Damit verbleiben vor weiteren Kosten und Steuern ungefähr:

Printful:
24,90 € − 12,93 € − 2,92 € =
9,05 €
Printify:
24,90 € − 13,79 € − 2,92 € =
8,19 €
Gelato:
24,90 € − 13,78 € − 2,92 € =
8,20 €

Dazu kommt noch die Einstellgebühr. Je nach steuerlicher Situation können außerdem Umsatzsteuer auf Etsy-Gebühren, Werbung oder weitere Kosten eine Rolle spielen.

Wichtig: Die vom POD-Anbieter angezeigte „Gewinnspanne“ ist nicht automatisch dein tatsächlicher Gewinn. Prüfe immer, ob Versandkosten, Etsy-Gebühren und Steuern bereits berücksichtigt wurden.

Infografik mit Beispielrechnung für ein Print-on-Demand-T-Shirt auf Etsy mit Produktkosten, Versandkosten, Etsy-Gebühren, Verkaufspreis und möglichem Gewinn.

7. Welcher POD-Anbieter passt zu welchem Etsy-Shop?

Welcher Print-on-Demand-Anbieter am besten zu deinem Etsy-Shop passt, hängt weniger von einem einzelnen Preis als von deinen Prioritäten ab. In unserem Beispiel lagen die Kosten der drei Anbieter relativ nah beieinander. Unterschiede zeigen sich deshalb vor allem bei Bedienung, Produktionsmodell, Auswahlmöglichkeiten und internationaler Ausrichtung.

Printful: wenn du es möglichst einfach möchtest

Printful eignet sich besonders gut, wenn du einen übersichtlichen, weitgehend automatisierten Ablauf suchst. Du musst nicht selbst zwischen verschiedenen Druckdienstleistern wählen und kannst Produkte direkt mit Etsy verbinden.

Das kann gerade am Anfang angenehm sein, weil du dich stärker auf Designs, Listings und deinen Shop konzentrieren kannst. Dafür hast du weniger Einfluss darauf, welcher konkrete Produktionsstandort eine Bestellung übernimmt.

Printify: wenn du mehr Auswahl und Kontrolle möchtest

Printify ist interessant, wenn du verschiedene Druckanbieter vergleichen und stärker selbst entscheiden möchtest, wo und zu welchen Konditionen produziert wird.

Das kann Vorteile bei Preis, Produktionsstandort oder Lieferzeit bringen. Gleichzeitig musst du etwas genauer hinschauen, weil sich die einzelnen Anbieter bei Kosten, Bewertungen und Produktionszeiten unterscheiden können.

Für Verkäufer, die bereit sind, regelmäßig zu vergleichen und ihre Produkte gezielt einem passenden Druckpartner zuzuordnen, bietet Printify deshalb besonders viel Flexibilität.

Gelato: wenn du international verkaufen möchtest

Gelato legt großen Wert auf ein internationales Produktionsnetzwerk und möglichst lokale Herstellung nahe beim Kunden. Das kann besonders interessant sein, wenn du nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in andere Länder verkaufen möchtest.

Du wählst den konkreten Produktionspartner in der Regel nicht selbst aus. Stattdessen versucht Gelato, die Bestellung innerhalb seines Netzwerks möglichst passend zum Empfänger abzuwickeln.

Nicht nur nach dem niedrigsten Preis entscheiden

Unsere Beispielrechnung zeigt, dass sich die tatsächlichen Kosten bei vergleichbaren Produkten oft weniger stark unterscheiden, als es die reinen Katalogpreise zunächst vermuten lassen.

Berücksichtige deshalb neben dem Preis auch:

  • welche Produkte und Veredelungsarten du benötigst
  • wo deine wichtigsten Kunden sitzen
  • wie viel Einfluss du auf den Produktionspartner haben möchtest
  • wie einfach die Bestellabwicklung sein soll
  • welche Lieferzeiten realistisch sind
  • wie gut der Anbieter mit personalisierten Bestellungen zu deinem Shop passt

Für den Start kannst du einen Anbieter zunächst mit wenigen Produkten testen. Später ist es auch möglich, mehr als einen POD-Anbieter innerhalb eines Etsy-Shops zu nutzen, wenn verschiedene Produkte oder Zielmärkte davon profitieren.

8. Fazit: Printful, Printify oder Gelato –
welcher Anbieter passt zu dir?

Printful, Printify und Gelato lassen sich alle mit Etsy verbinden und können Bestellungen automatisiert produzieren und versenden. Einen Anbieter, der für jeden Etsy-Shop automatisch die beste Wahl ist, gibt es aber nicht.

Printful punktet vor allem mit einem einfachen, übersichtlichen Ablauf. Printify bietet dir mehr Auswahl bei Druckanbietern und damit mehr Einfluss auf Produktionsstandort, Preis und Lieferzeit. Gelato ist besonders interessant, wenn du international verkaufen möchtest und von einem großen Produktionsnetzwerk profitieren willst.

Unsere Beispielrechnung zeigt außerdem: Die reinen Kosten liegen bei vergleichbaren Produkten oft näher beieinander, als man auf den ersten Blick erwartet. Deshalb solltest du nicht nur den Produktpreis vergleichen, sondern auch Versand, Lieferzeit, Produktionsmodell und Bedienung berücksichtigen.

Für den Einstieg kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem Anbieter und wenigen Produkten zu starten. Wenn dein Shop wächst, kannst du später immer noch weitere POD-Anbieter ergänzen und für unterschiedliche Produkte oder Zielmärkte verschiedene Lösungen nutzen.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, findest du in unserem Ratgeber „Print on Demand auf Etsy verkaufen: Anleitung für deinen POD-Shop“ den kompletten Einstieg Schritt für Schritt – von der Nischenwahl bis zur ersten Testbestellung.

Wie sind deine Erfahrungen mit Print on Demand auf Etsy?
Nutzt du bereits Printful, Printify oder Gelato – oder planst du gerade deinen ersten POD-Shop? Teile deine Erfahrungen, Tipps oder Fragen gern in den Kommentaren.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert