Print-on-Demand für Anfänger:
So startest du ohne eigenes Lager
Print-on-Demand wird häufig als einfache Möglichkeit vorgestellt, eigene Produkte online zu verkaufen, ohne sie vorher selbst herstellen oder lagern zu müssen. T-Shirts, Tassen, Poster oder Taschen werden dabei erst produziert, wenn ein Kunde sie bestellt.
Das klingt zunächst unkompliziert – und tatsächlich lässt sich ein Print-on-Demand-Business mit vergleichsweise geringen Startkosten ausprobieren. Trotzdem braucht es mehr als ein paar schöne Designs. Du musst passende Produkte und Motive finden, einen Verkaufsweg wählen und dafür sorgen, dass potenzielle Kunden deine Angebote überhaupt entdecken.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie Print-on-Demand funktioniert, welche Möglichkeiten du hast und worauf du beim Einstieg achten solltest.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst oder einen Dienst nutzt, erhalten wir möglicherweise eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
In diesem Artikel erfährst du
- Was ist Print-on-Demand und wie funktioniert es?
- Für wen eignet sich Print-on-Demand?
- Welche Produkte kannst du verkaufen?
- Wie findest du eine gute Nische und passende Designs?
- Welche Print-on-Demand-Anbieter gibt es?
- Wo kannst du deine Produkte verkaufen?
- Welche Kosten entstehen und wie viel kannst du verdienen?
- Welche Vor- und Nachteile hat Print-on-Demand?
- Wie kannst du konkret starten?
1. Was ist Print-on-Demand und wie funktioniert es?
Print-on-Demand bedeutet übersetzt „Druck auf Nachfrage“. Produkte werden also nicht im Voraus in größeren Mengen hergestellt, sondern erst dann produziert, wenn ein Kunde tatsächlich bestellt.
Du erstellst beispielsweise ein Design und bietest es auf einem T-Shirt, einer Tasse, einem Poster oder einer Tasche an. Bestellt ein Kunde das Produkt, wird der Auftrag automatisch an den Print-on-Demand-Anbieter weitergeleitet.
Produktion und Versand übernimmt der Anbieter
Der POD-Anbieter bedruckt das ausgewählte Produkt mit deinem Design, verpackt es und verschickt es direkt an den Kunden. Du musst deshalb weder einen eigenen Drucker anschaffen noch Kartons packen oder einen Vorrat an Produkten zu Hause lagern.
Vereinfacht sieht der Ablauf so aus:
Design erstellen → Produkt anbieten → Kunde bestellt → Anbieter produziert → Anbieter versendet
Du verkaufst trotzdem dein eigenes Produkt
Auch wenn ein anderer Anbieter die Herstellung übernimmt, entscheidest du beispielsweise, welche Designs du anbietest, auf welchen Produkten sie erscheinen und zu welchem Preis du sie verkaufst.
Je nach gewähltem Verkaufsmodell kümmerst du dich außerdem selbst um Produktbeschreibungen, die Präsentation deiner Angebote, Werbung und den Kontakt zu deinen Kunden.
Wo entsteht dein Verdienst?
Der POD-Anbieter berechnet dir einen Preis für das Produkt und dessen Bedruckung. Hinzu können beispielsweise Versandkosten und Gebühren der Verkaufsplattform kommen.
Verkaufst du dein Produkt für einen höheren Preis, bleibt nach Abzug dieser Kosten deine Marge übrig.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Verkaufspreis 25 €
− Herstellung und Druck
− Verkaufs- und Zahlungsgebühren
− gegebenenfalls weitere Kosten
= deine Marge aus diesem Verkauf
2. Für wen eignet sich Print-on-Demand?
Print-on-Demand kann interessant sein, wenn du eigene Produkte verkaufen möchtest, aber kein Lager aufbauen und nicht selbst produzieren oder versenden willst.
Du musst dafür weder professioneller Grafiker sein noch bereits einen eigenen Onlineshop besitzen. Einige Fähigkeiten und Interessen erleichtern den Einstieg jedoch.
Wenn du gerne kreativ arbeitest
Bei Print-on-Demand spielen die Designs eine wichtige Rolle. Dabei müssen es nicht immer aufwendige Illustrationen sein. Auch Typografie, einfache grafische Motive oder Kombinationen daraus können funktionieren.
Wichtiger als möglichst komplizierte Designs ist häufig eine gute Idee, die zu einer bestimmten Zielgruppe oder einem bestimmten Anlass passt.
Wenn du mit überschaubarem Risiko starten möchtest
Da die Produkte erst nach einer Bestellung hergestellt werden, musst du normalerweise keine größeren Mengen vorfinanzieren.
Du kannst beispielsweise verschiedene Designs testen, ohne vorher 50 T-Shirts oder Tassen kaufen zu müssen, von denen du nicht weißt, ob sie sich überhaupt verkaufen.
Ganz ohne Kosten ist Print-on-Demand allerdings nicht zwangsläufig. Je nach Verkaufsplattform und den verwendeten Programmen können Gebühren oder andere Ausgaben entstehen.
Wenn du bereit bist, dich mit Verkauf und Marketing zu beschäftigen
Die Produktion übernimmt zwar der POD-Anbieter – die Kunden kommen dadurch aber nicht automatisch.
Du musst dir Gedanken darüber machen, wer deine Produkte kaufen könnte, wie du sie präsentierst und über welche Wege potenzielle Kunden sie finden. Dazu können beispielsweise die Suche innerhalb eines Marktplatzes, Google, Pinterest oder andere Marketingkanäle gehören.
Print-on-Demand ist kein Selbstläufer
Gerade weil Produktion und Versand automatisiert werden können, wird Print-on-Demand manchmal als nahezu passives Einkommen dargestellt.
In der Praxis steckt jedoch Arbeit in der Recherche, der Erstellung der Designs, den Produktangeboten und der Vermarktung. Auch bestehende Angebote müssen gelegentlich überprüft und verbessert werden.
Zur Vermarktung gehört auch die Frage, wie Interessenten überhaupt auf die eigenen Angebote aufmerksam werden. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigen wir in unserem Ratgeber „Website-Traffic aufbauen: Die besten Traffic-Quellen für Einsteiger“.
Print-on-Demand nimmt dir die Produktion und Lagerhaltung ab – nicht den Aufbau eines Geschäfts.
3. Welche Produkte kannst du mit Print-on-Demand verkaufen?
Bei Print-on-Demand denken viele zuerst an bedruckte T-Shirts. Inzwischen ist die Auswahl jedoch wesentlich größer. Welche Produkte du anbieten kannst, hängt vom jeweiligen POD-Anbieter ab.
Für den Einstieg ist es meist sinnvoller, einige wenige Produkte passend zu deiner Zielgruppe auszuwählen, statt dasselbe Design wahllos auf möglichst viele Artikel zu setzen.
Kleidung und Accessoires
Zu den klassischen POD-Produkten gehören T-Shirts, Sweatshirts und Hoodies. Je nach Anbieter kannst du außerdem beispielsweise Caps, Stofftaschen oder andere Accessoires gestalten.
Gerade bei Kleidung solltest du bedenken, dass neben dem Design auch Größen, Farben, Material und Passform für den Käufer eine Rolle spielen.
Tassen und andere Alltagsprodukte
Tassen gehören ebenfalls zu den bekannten Print-on-Demand-Produkten. Daneben gibt es je nach Anbieter Trinkflaschen, Handyhüllen und weitere Gebrauchsgegenstände.
Solche Produkte eignen sich beispielsweise gut für Motive zu Hobbys, Berufen, Interessen oder besonderen Anlässen.
Poster und Wanddekoration
Illustrationen, Fotografien, typografische Designs oder andere Motive können als Poster und Kunstdrucke angeboten werden. Manche Anbieter haben außerdem Leinwände oder gerahmte Bilder im Sortiment.
Hier spielt die Qualität der Ausgangsdatei eine besonders wichtige Rolle, da ein Motiv auf größeren Formaten entsprechend scharf dargestellt werden muss.
Produkte für Zuhause
Auch Kissen, Decken, Handtücher und andere Wohnaccessoires können – abhängig vom Anbieter – individuell bedruckt werden.
Interessant sind solche Produkte vor allem dann, wenn mehrere Designs optisch zusammenpassen und sich daraus beispielsweise eine kleine Kollektion entwickeln lässt.
Papierwaren und weitere Produkte
Notizbücher, Karten, Kalender, Sticker und ähnliche Produkte erweitern die Möglichkeiten zusätzlich. Je nach POD-Anbieter unterscheiden sich Sortiment und Produktionsmöglichkeiten teilweise erheblich.
Du musst deshalb nicht zuerst entscheiden, welcher Anbieter der beste ist. Überlege besser zunächst, welches Produkt zu deiner Idee und deiner Zielgruppe passt – und suche anschließend nach einem Anbieter, der es in der gewünschten Qualität und zu passenden Konditionen herstellen kann.
Weniger kann am Anfang mehr sein
Ein großer Produktkatalog wirkt zunächst verlockend. Für den Start kann es jedoch einfacher sein, sich beispielsweise auf eine Produktgruppe und eine klar definierte Zielgruppe zu konzentrieren.
So kannst du leichter beurteilen, welche Designs funktionieren, welche Produkte tatsächlich Interesse wecken und wo du dein Angebot verbessern kannst.
4. Wie findest du eine gute Nische und passende Designs?
Ein schönes Design allein reicht nicht unbedingt aus, damit sich ein Print-on-Demand-Produkt verkauft. Entscheidend ist auch, für wen du das Produkt gestaltest und warum diese Person es haben möchte.
Statt Motive für „alle“ zu entwerfen, kann es deshalb sinnvoll sein, sich zunächst auf eine bestimmte Zielgruppe oder ein Thema zu konzentrieren.
Suche nach einer konkreten Zielgruppe oder einem Anlass
Eine Nische kann sich beispielsweise aus einem Hobby, einem Beruf, einer Lebenssituation, einem bestimmten Interesse oder einem Anlass ergeben.
Mögliche Zielgruppen wären zum Beispiel Hundebesitzer, Camper, Hobbygärtner, Angler oder bestimmte Berufsgruppen. Daneben bieten auch konkrete Anlässe viele Möglichkeiten, etwa Geburtstage, Hochzeiten, Geburten, Einschulungen, Junggesellenabschiede, Weihnachten oder andere Feiertage.
Gerade bei solchen Anlässen werden häufig personalisierte oder besondere Geschenke gesucht. Ein Produkt kann dadurch gleich mehrere Merkmale miteinander verbinden – beispielsweise eine Tasse für eine frischgebackene Oma, ein personalisiertes Shirt zur Einschulung oder eine Stofftasche für die Trauzeugin.
Statt einfach ein T-Shirt mit einem allgemeinen Spruch anzubieten, solltest du deshalb überlegen: Wer soll das Produkt kaufen, für wen ist es gedacht und zu welchem Anlass könnte es verschenkt oder verwendet werden?
Je genauer du diese Fragen beantworten kannst, desto leichter fällt es dir, Produkte zu entwickeln, die nicht beliebig wirken.
Wenn du deine Nische noch genauer eingrenzen möchtest, findest du in unserem Ratgeber „Die richtige Nische finden: Ideen für dein Online-Business“ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – von den eigenen Interessen und Fähigkeiten bis zum Nischencheck.
Prüfe, was bereits angeboten und gekauft wird
Bevor du viel Zeit in ein Design investierst, solltest du dir ansehen, welche Produkte in deiner Nische bereits angeboten werden. Achte dabei auch darauf, welche Angebote viele Bewertungen erhalten oder als Bestseller gekennzeichnet sind.
Konkurrenz ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Sie kann dir zeigen, dass für ein Thema grundsätzlich Nachfrage besteht. Du musst also nicht unbedingt eine völlig neue Idee erfinden. Oft ist es sinnvoller, sich an einem bestehenden Markt zu orientieren und darin ein eigenes, unterscheidbares Angebot zu entwickeln.
Dabei geht es nicht darum, erfolgreiche Produkte zu kopieren. Nutze die Recherche vielmehr, um herauszufinden, welche Themen, Produkte und Stilrichtungen gefragt sind und wo du mit einer eigenen Idee ansetzen kannst.
Du hast eine Idee, fühlst dich beim Gestalten aber nicht besonders kreativ? In unserem Ratgeber „Ich bin nicht kreativ – kann ich trotzdem digitale Produkte verkaufen?“ zeigen wir dir, wie du mit Vorlagen, Design-Tools, fertigen Grafikelementen und KI eigene Ideen entwickeln und umsetzen kannst.
Achte auf Urheber- und Markenrechte
Nicht jedes Motiv und jeder Spruch, den du im Internet findest, darf auf Produkten verkauft werden. Logos, bekannte Figuren, Fotos, Illustrationen oder andere geschützte Inhalte solltest du nicht ohne entsprechende Rechte verwenden.
Auch einzelne Begriffe oder Sprüche können markenrechtlich geschützt sein. Verwende deshalb eigene Inhalte oder Materialien, für die du die notwendigen kommerziellen Nutzungsrechte besitzt.
Designressourcen mit kommerzieller Lizenz nutzen
Wenn du nicht alle Grafiken, Schriften oder Designelemente selbst erstellen möchtest, kannst du auch auf Plattformen mit entsprechend lizenzierten Designressourcen zurückgreifen. Eine Möglichkeit ist Creative Fabrica. Dort findest du unter anderem Grafiken, Schriften und SVG-Dateien, die sich – abhängig von der jeweiligen Lizenz – auch für kommerzielle Projekte und Print-on-Demand-Produkte nutzen lassen.
Creative Fabrica bietet außerdem eine kostenlose Testphase an, in der du bis zu 10 Premium-Produkte herunterladen kannst. Wichtig ist trotzdem, vor der Verwendung eines Designs immer die Lizenzbedingungen des jeweiligen Produkts zu prüfen.
→ Creative Fabrica kostenlos ausprobieren*
*Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link etwas kaufst, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Wenn du beispielsweise einen Spruch oder Begriff auf einem T-Shirt verwenden möchtest, kannst du vorab in offiziellen Markendatenbanken recherchieren:
- DPMAregister – Deutsches Patent- und Markenamt: Hier kannst du kostenlos nach deutschen Marken suchen. Für Einsteiger gibt es eine Basisrecherche.
- EUIPO – Markensuche: Hier findest du unter anderem eSearch plus für Unionsmarken und TMview, das Daten nationaler, europäischer und weiterer teilnehmender Markenämter bündelt.
- WIPO Global Brand Database: Diese Datenbank ist vor allem hilfreich, wenn du auch international nach Marken recherchieren möchtest.
Eine einfache Suche nach dem exakten Begriff ist allerdings noch keine Garantie dafür, dass du ihn bedenkenlos verwenden darfst. Auch ähnliche Marken und die Waren- oder Dienstleistungsklassen, für die eine Marke geschützt ist, können eine Rolle spielen. Das DPMA weist ausdrücklich darauf hin, dass eine einfache Recherche ähnliche Marken nur eingeschränkt erfassen kann.
Bei Unsicherheit oder wenn du eine eigene Marke aufbauen möchtest, kann deshalb eine professionelle rechtliche Prüfung sinnvoll sein.
5. Welche Print-on-Demand-Anbieter gibt es?
Mittlerweile gibt es zahlreiche Print-on-Demand-Dienste. Zu den bekannten Anbietern gehören Printful, Printify, Gelato und Spreadshirt. Sie verfolgen teilweise unterschiedliche Konzepte, sodass sich ein Vergleich lohnt.
Bei allen vier Anbietern kannst du grundsätzlich ohne hohe Anfangsinvestitionen starten. Je nach Anbieter und Verkaufsmodell entstehen Kosten erst dann, wenn ein Produkt bestellt und produziert wird. Zusätzliche kostenpflichtige Tarife oder Funktionen können optional hinzukommen.
Printful
Printful übernimmt Druck beziehungsweise Veredelung, Verpackung und Versand deiner Produkte. Das Unternehmen verfügt unter anderem über Produktionsmöglichkeiten in Europa und lässt sich mit verschiedenen Shops und Marktplätzen verbinden, darunter Etsy und WooCommerce.
Das Sortiment umfasst Kleidung, Accessoires, Wohnprodukte und zahlreiche weitere Artikel. Ein Konto kann kostenlos genutzt werden; bezahlt werden die Produkte und der Versand, wenn entsprechende Bestellungen eingehen.
Printful kostenlos ausprobieren*
Printify
Printify funktioniert etwas anders. Statt alle Produkte selbst herzustellen, arbeitet die Plattform mit zahlreichen verschiedenen Druckdienstleistern zusammen.
Bei vielen Produkten kannst du deshalb zwischen mehreren Produktionspartnern wählen und beispielsweise Preis, Standort, Produktionszeit und Bewertungen miteinander vergleichen.
Auch Printify lässt sich mit verschiedenen Verkaufsplattformen und Shopsystemen verbinden. Dazu gehören beispielsweise Etsy, Shopify und weitere Anbieter. Der Einstieg ist mit einem kostenlosen Tarif möglich.
Gelato
Gelato setzt besonders auf ein internationales Netzwerk von Produktionspartnern. Bestellungen werden möglichst nahe am jeweiligen Kunden produziert. Das kann insbesondere interessant sein, wenn du deine Produkte in verschiedenen Ländern verkaufen möchtest.
Zum Sortiment gehören unter anderem Kleidung, Tassen, Poster, Karten und weitere Produkte. Gelato lässt sich beispielsweise mit Etsy, Shopify, WooCommerce und Wix verbinden. Ein kostenloser Einstieg ohne Mindestbestellmenge ist ebenfalls möglich.
Spreadshirt
Spreadshirt ist ein in Deutschland gegründeter Print-on-Demand-Anbieter und dürfte vielen deutschsprachigen Nutzern bereits bekannt sein. Neben Kleidung gehören unter anderem Tassen, Taschen, Accessoires und weitere bedruckbare Produkte zum Sortiment.
Interessant für Einsteiger ist, dass Spreadshirt verschiedene Möglichkeiten bietet, eigene Designs zu verkaufen. Du kannst Motive über den Spreadshirt-Marktplatz anbieten oder einen eigenen Spreadshop einrichten. Produktion, Zahlungsabwicklung und Versand werden dabei vom Anbieter übernommen.
Das unterscheidet dieses Modell von der typischen Nutzung eines Anbieters wie Printful oder Printify. Diese werden häufig als Produktionspartner mit einem eigenen Shop oder einem Marktplatz wie Etsy verbunden. Bei Spreadshirt kannst du dagegen auch innerhalb des bestehenden Systems verkaufen.
Welcher Anbieter eignet sich für den Einstieg?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Entscheidend ist nicht nur der Preis eines Produkts. Vergleiche auch Produktqualität, Druckverfahren, Versandkosten, Lieferzeiten, Produktionsstandorte und die Anbindung an deine gewünschte Verkaufsplattform.
Bevor du ein Produkt dauerhaft anbietest, kann es außerdem sinnvoll sein, ein Muster zu bestellen. So kannst du selbst beurteilen, wie Material, Druck und Farben tatsächlich aussehen.
Du musst dich also nicht zuerst für einen POD-Anbieter entscheiden. Suche zunächst ein Produkt, das zu deiner Idee passt, und vergleiche anschließend, welcher Anbieter dafür die besten Voraussetzungen bietet.
6. Wo kannst du deine Print-on-Demand-Produkte verkaufen?
Nachdem du dich für Produkte und einen POD-Anbieter entschieden hast, brauchst du einen Ort, an dem Kunden deine Produkte kaufen können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Welche davon am besten zu dir passt, hängt unter anderem davon ab, wie einfach du starten möchtest und wie viel Kontrolle du über deinen Shop haben willst.
Verkauf über einen Marktplatz wie Etsy
Etsy ist vor allem für handgefertigte, kreative und individuell gestaltete Produkte bekannt. Auch Print-on-Demand-Produkte können dort angeboten werden, sofern sie den jeweiligen Richtlinien entsprechen.
Ein Vorteil ist, dass bereits viele Menschen auf Etsy gezielt nach Produkten und Geschenkideen suchen. Du musst also nicht bei null anfangen und sämtliche Besucher selbst auf deine Verkaufsseite bringen.
Dafür konkurrierst du mit vielen anderen Anbietern und es fallen verschiedene Gebühren an. Außerdem bist du an die Regeln und Vorgaben des Marktplatzes gebunden.
POD-Anbieter wie Printful, Printify oder Gelato lassen sich mit Etsy verbinden. Geht eine Bestellung ein, kann sie automatisch an den jeweiligen Produktionspartner weitergeleitet werden.
Verkauf über einen POD-Marktplatz
Noch einfacher kann der Einstieg über einen Anbieter sein, der gleichzeitig eine eigene Verkaufsplattform zur Verfügung stellt.
Bei Spreadshirt kannst du beispielsweise deine Designs auf dem Marktplatz anbieten. Wird ein Produkt verkauft, kümmert sich Spreadshirt um Produktion, Bezahlung und Versand.
Du benötigst dadurch keinen eigenen Onlineshop und musst dich um viele technische Abläufe nicht selbst kümmern. Dafür hast du weniger Einfluss auf den gesamten Verkaufsprozess und den Auftritt deiner eigenen Marke.
Verkauf über einen eigenen Onlineshop
Eine weitere Möglichkeit ist ein eigener Shop, beispielsweise mit Shopify oder WooCommerce. Diesen kannst du mit einem POD-Anbieter verbinden.
Der große Vorteil: Du bestimmst weitgehend selbst über Gestaltung, Sortiment, Preise und Markenauftritt und bist weniger von einem einzelnen Marktplatz abhängig.
Allerdings musst du dich stärker um die technische Einrichtung und Vermarktung kümmern. Vor allem musst du selbst dafür sorgen, dass potenzielle Kunden deinen Shop überhaupt finden.
Welcher Verkaufsweg eignet sich für Anfänger?
Wenn du Print-on-Demand zunächst ausprobieren möchtest, kann ein bestehender Marktplatz den Einstieg erleichtern. Du kannst erste Erfahrungen sammeln, ohne gleichzeitig einen kompletten Onlineshop aufbauen zu müssen.
Ein eigener Shop kann später interessant werden, wenn du bereits weißt, welche Produkte funktionieren und du langfristig eine eigene Marke aufbauen möchtest.
Du musst dich dabei nicht unbedingt dauerhaft für einen einzigen Weg entscheiden. Viele Verkäufer kombinieren später verschiedene Verkaufskanäle.
Für den Anfang ist nicht der größte Shop entscheidend, sondern ein Verkaufsweg, den du tatsächlich umsetzen und testen kannst.
Wenn du Print on Demand über Etsy verkaufen möchtest, zeigen wir dir in unserem ausführlichen Ratgeber Print on Demand auf Etsy verkaufen: Anleitung für deinen POD-Shop den kompletten Ablauf – von der Nischenwahl bis zur ersten Testbestellung.
7. Welche Kosten entstehen und wie viel kannst du verdienen?
Einer der Vorteile von Print-on-Demand ist, dass du normalerweise keine größeren Warenbestände vorfinanzieren musst. Trotzdem ist POD nicht kostenlos – und vom Verkaufspreis eines Produktes bleibt nur ein Teil als Gewinn übrig.
Welche Kosten können entstehen?
Je nachdem, welchen Anbieter und Verkaufsweg du wählst, können verschiedene Kosten anfallen. Dazu gehören beispielsweise:
- Produkt und Bedruckung
- Versandkosten
- Gebühren des Marktplatzes oder Shops
- Zahlungsgebühren
- eventuell Kosten für Werbung
- kostenpflichtige Programme oder Zusatzfunktionen
Auch Musterbestellungen solltest du einkalkulieren, wenn du die Qualität deiner Produkte vor dem Verkauf selbst überprüfen möchtest.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel
Angenommen, du verkaufst ein bedrucktes T-Shirt für 25 Euro.
Davon gehen zunächst die Kosten für das T-Shirt und den Druck ab. Hinzu kommen je nach Verkaufsweg beispielsweise Versand-, Verkaufs- und Zahlungsgebühren.
Von den 25 Euro Verkaufspreis bleiben deshalb vielleicht nur einige Euro übrig, die tatsächlich deine Marge bilden.
Das genaue Ergebnis hängt stark vom Produkt, POD-Anbieter, Verkaufspreis und der gewählten Verkaufsplattform ab. Deshalb solltest du vor der Veröffentlichung jedes Produktes einmal vollständig durchrechnen.
Nicht nur auf den günstigsten Einkaufspreis achten
Ein besonders günstiges Produkt bedeutet nicht automatisch, dass es die beste Wahl ist. Qualität, Druckergebnis und Lieferzeit beeinflussen ebenfalls, ob deine Kunden zufrieden sind.
Auch hohe Versandkosten können ein vermeintlich günstiges Produkt schnell unattraktiv machen.
Wie viel kannst du mit Print-on-Demand verdienen?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Dein Verdienst hängt unter anderem davon ab, wie viele Produkte du verkaufst, welche Marge du pro Verkauf erzielst und welche zusätzlichen Kosten entstehen.
Gerade am Anfang sollte das Ziel deshalb nicht sein, möglichst schnell ein bestimmtes Einkommen zu erreichen. Sinnvoller ist es zunächst herauszufinden, ob deine Produktideen Käufer finden und welche Angebote sich tatsächlich rechnen.
Erst wenn du diese Zahlen kennst, kannst du beurteilen, wie viele Verkäufe du für ein bestimmtes monatliches Einkommen benötigen würdest.
Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Entscheidend ist, was nach allen Kosten von einem Verkauf tatsächlich übrig bleibt.
8. Welche Vor- und Nachteile hat Print-on-Demand?
Print-on-Demand macht den Einstieg in den Verkauf eigener Produkte vergleichsweise einfach. Trotzdem hat das Geschäftsmodell neben seinen Vorteilen auch einige Nachteile, die du kennen solltest.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Keine großen Warenbestände notwendig | Geringere Marge als bei eigener Produktion in größeren Mengen |
| Vergleichsweise geringe Anfangsinvestition | Weniger Einfluss auf Produktion und Versand |
| Produkte werden erst nach Bestellung hergestellt | Qualität kann je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich ausfallen |
| Kein eigenes Lager erforderlich | Lieferzeiten können länger sein |
| Produktion und Versand übernimmt der POD-Anbieter | Reklamationen betreffen trotzdem dein Geschäft |
| Designs und Produkte lassen sich relativ einfach testen | Starke Konkurrenz in beliebten Nischen |
| Sortiment kann nach und nach erweitert werden | Du musst selbst für Sichtbarkeit und Verkäufe sorgen |
9. Wie kannst du konkret mit Print-on-Demand starten?
Du musst nicht gleich einen umfangreichen Shop mit Dutzenden Produkten aufbauen. Gerade am Anfang ist es sinnvoller, mit einer überschaubaren Idee zu starten und zunächst Erfahrungen zu sammeln.

Schritt 1: Wähle eine Zielgruppe oder einen Anlass
Überlege zuerst, für wen du Produkte gestalten möchtest. Das kann eine bestimmte Interessengruppe sein, beispielsweise Camper, Gartenfreunde oder Hundebesitzer. Ebenso kannst du dich auf einen Anlass wie Hochzeit, Geburtstag, Geburt oder Weihnachten konzentrieren.
Je genauer du weißt, wen du ansprechen möchtest, desto leichter kannst du passende Produkte und Designs entwickeln.
Schritt 2: Recherchiere, was bereits gefragt ist
Schau dir an, welche Produkte und Designs in deiner gewählten Nische bereits angeboten werden. Achte dabei nicht nur darauf, was es gibt, sondern auch darauf, was offenbar gekauft wird. Bewertungen, Bestseller-Hinweise oder häufig angebotene Produktarten können dir Anhaltspunkte dafür geben, wonach Kunden suchen.
Du musst dabei nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden. Wenn sich bestimmte Themen, Produktarten oder Stilrichtungen bereits verkaufen, zeigt dir das, dass grundsätzlich Nachfrage vorhanden ist. Daran kannst du dich bei der Entwicklung deiner eigenen Ideen orientieren.
Dabei geht es jedoch nicht darum, erfolgreiche Motive, Texte oder Designs anderer Anbieter zu kopieren. Überlege stattdessen, was du anders oder besser machen kannst: eine andere Gestaltung, eine speziellere Zielgruppe, eine besondere Kombination aus Anlass und Hobby oder eine eigene Produktidee innerhalb eines bereits gefragten Themas.
Du musst keine völlig neue Nische erfinden. Oft ist es sinnvoller, einen bestehenden Markt zu finden und darin ein eigenes, unterscheidbares Angebot zu entwickeln.
Schritt 3: Entscheide dich für ein erstes Produkt
Wähle zunächst ein Produkt, das gut zu deiner Zielgruppe und deiner Idee passt. Das kann beispielsweise ein T-Shirt, eine Tasse, eine Stofftasche oder ein Poster sein.
Du musst dein Design nicht sofort auf möglichst viele unterschiedliche Produkte übertragen. Mit einer kleinen Auswahl kannst du leichter herausfinden, was funktioniert.
Schritt 4: Wähle einen passenden POD-Anbieter
Vergleiche Printful*, Printify, Gelato, Spreadshirt oder andere Anbieter danach, welches Produkt du herstellen möchtest und wo deine Kunden sitzen.
Achte dabei unter anderem auf Produktqualität, Preise, Versandkosten und Lieferzeiten.
Schritt 5: Erstelle dein Design
Erstelle ein eigenes Motiv oder verwende Grafiken und andere Elemente, für die du die notwendigen kommerziellen Nutzungsrechte besitzt.
Prüfe außerdem, ob beispielsweise verwendete Begriffe oder Sprüche markenrechtlich problematisch sein könnten.
Schritt 6: Bestelle nach Möglichkeit ein Muster
Auf dem Bildschirm kann ein Produkt hervorragend aussehen und gedruckt trotzdem anders wirken.
Mit einer Musterbestellung kannst du unter anderem Material, Druckqualität, Farben und Verarbeitung selbst beurteilen.
Schritt 7: Richte deinen Verkaufsweg ein
Entscheide dich beispielsweise für einen Marktplatz wie Etsy, einen POD-Marktplatz wie Spreadshirt oder einen eigenen Onlineshop.
Erstelle anschließend deine Produktbilder und eine verständliche Produktbeschreibung. Kalkuliere außerdem deinen Verkaufspreis so, dass du alle anfallenden Kosten und deine gewünschte Marge berücksichtigst.
Schritt 8: Veröffentliche dein erstes Produkt und sammle Erfahrungen
Dann kann dein erstes Produkt online gehen.
Beobachte anschließend, ob dein Angebot gefunden und angeklickt wird und ob daraus Verkäufe entstehen. Bleibt der Erfolg zunächst aus, bedeutet das nicht automatisch, dass Print-on-Demand nicht funktioniert.
Vielleicht muss das Design verändert werden, das Produkt passt noch nicht optimal zur Zielgruppe oder dein Angebot wird schlicht von zu wenigen Menschen gesehen.
Nutze diese Erkenntnisse, um dein Angebot weiterzuentwickeln. Genau dafür ist es sinnvoll, zunächst klein anzufangen und nicht sofort viel Geld und Zeit in zahlreiche Produkte zu investieren.
Starte lieber mit wenigen durchdachten Produkten, lerne aus den ersten Ergebnissen und erweitere dein Angebot anschließend Schritt für Schritt.
Fazit: Print-on-Demand bietet einen einfachen Einstieg – aber keinen Selbstläufer
Print-on-Demand bietet dir die Möglichkeit, eigene Produkte zu verkaufen, ohne vorher größere Mengen produzieren oder lagern zu müssen. Herstellung und Versand übernimmt ein POD-Anbieter, während du dich auf deine Produktideen, Designs und den Verkauf konzentrieren kannst.
Gerade für Einsteiger ist das interessant, weil du mit vergleichsweise geringem finanziellen Risiko starten und einzelne Ideen zunächst testen kannst.
Der einfache technische Einstieg sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Print-on-Demand Arbeit erfordert. Eine passende Zielgruppe, gefragte Produkte, gute Designs, eine realistische Kalkulation und die Vermarktung deiner Angebote tragen entscheidend dazu bei, ob daraus langfristig ein zusätzliches Einkommen entstehen kann.
Du musst dabei nicht sofort einen großen Shop aufbauen. Ein gut recherchiertes Thema, wenige durchdachte Produkte und die Bereitschaft, aus den ersten Ergebnissen zu lernen, sind für den Anfang völlig ausreichend.
Wenn du zunächst noch andere Möglichkeiten kennenlernen möchtest, findest du in unserem Ratgeber „Online Geld verdienen: 7 Möglichkeiten für Einsteiger im Vergleich“ weitere Ideen und Geschäftsmodelle.
Du hast noch Fragen zu Print-on-Demand?
Print-on-Demand ist ein umfangreiches Thema und in diesem Ratgeber konnten wir viele Bereiche nur in ihren Grundlagen behandeln.
Vielleicht möchtest du genauer wissen, wie du eine profitable Nische findest, welcher POD-Anbieter zu dir passt, wie der Verkauf über Etsy funktioniert oder wie du Preise und Gewinnmargen richtig kalkulierst.
Schreib deine Frage gerne in die Kommentare. Wenn dich ein bestimmtes Thema besonders interessiert, kannst du uns auch sagen, wozu du dir einen ausführlicheren Ratgeber wünschst.
So können wir zukünftige Beiträge gezielt zu den Fragen erstellen, die beim Einstieg tatsächlich weiterhelfen.